Interview: Karl Mayrhofer (Fabasoft)
Karl Mayrhofer ist Geschäftsführer bei dem österreichischen Cloud Anbieter Fabasoft aus Linz. Im Interview mit clouds.de spricht er über innovative Sicherheitskonzepte, den Cloud Standort Österreich und seine persönliche Lieblings-Cloud App.
clouds.de: Für viele europäische Unternehmen stellen Sicherheitsbedenken das vielleicht noch größte Hindernis auf dem Weg in die Cloud dar. Fabasoft bietet mit der Möglichkeit, sich über den deutschen Personalausweis einloggen zu können ein neuartiges Sicherheitsfeature. Was ist der Grundgedanke hinter diesem Konzept und in wieweit findet es bei Bundesbürgern Anklang?
Karl Mayrhofer: Identitätsdiebstahl ist im Internet leider keine Seltenheit. Bei vielen Online-Diensten genügt die E-Mail-Adresse von einem Gratis-Anbieter, um sich unter falschem Namen zu registrieren. Daher sind wir der Meinung, dass die Authentifizierung mit Username und Passwort nicht sicher genug ist, um mit Geschäftspartnern online zusammenzuarbeiten. Der deutsche Personalausweis wird nur an Personen ausgestellt, die Ihre Identität nachweisen. Damit haben Nutzer die Möglichkeit, sich auch im Internet eindeutig auszuweisen – mit einer staatlich garantierten digitalen Identität. Gerade im Business-Umfeld ist das ein enormer Vorteil, der Vertrauen schafft.
Wir haben den Login mit dem deutschen Personalausweis letztes Jahr als Feature implementiert. Seither beobachten wir stetig steigende Zuwachsraten, was die Nutzung betrifft. Für die Umsetzung gibt es aber sicher noch Verbesserungspotenzial. Dass für die Anmeldung eine Smart Card und ein Lesegerät erforderlichsind, empfinden manche User als zu umständlich - und es behindert die Nutzung auf mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones.Die österreichische Variante der Digital-ID, die Bürgerkarte mit Handysignatur, erfordert beispielsweise nur mehr ein mit der digitalen Identität gekoppeltes Mobiltelefon als zweiten Faktor für die sichere Anmeldung in der Cloud.
clouds.de: Auch das Thema Datenschutz steht bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Welche Maßnahmen ergreift Fabasoft um die Daten seiner Kunden u.a. im Hinblick auf den U.S.-Patriot Act zu schützen?
Karl Mayrhofer: Fabasoft bietet zertifizierte End-to-End Security vom Gerät des Anwenders bis in dasCloud-Rechenzentrum. Starke Anmeldeverfahren auf Basis von Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen den Cloud-Zugang. Die Datenübertragung zwischen User und Wolke erfolgt immer verschlüsselt. Die Cloud-Daten bleiben garantiert in Europa. Folio Cloud basiert auf Open Source Software und nutzt keine amerikanischen Softwareprodukte. Daher ist der Zugriff auf die Cloud-Daten durch US Behörden gemäß „US Patriot Act“ nicht möglich.
clouds.de: Eine im August letzten Jahres erschienene Studie von IMAS International beschreibt eine hohe Skepsis des Österreichischen Mittelstands gegenüber der Cloud. So gaben etwa 65 Prozent der Befragten an, in den nächsten ein bis zwei Jahren mit relativer Gewissheit keine Cloud-Lösungen einsetzen zu wollen. Wiederspiegelt dies die aktuelle Situation oder öffnet sich der Österreichische Mittelstand der Cloud?
Karl Mayrhofer: Die Cloud markiert einen Wendepunkt für den professionellen Einsatz von Softwarelösungen. Das geht nicht von heute auf morgen. Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand, gerade für Mittelstandsunternehmen: schnellere Umsetzung von IT-Lösungen und damit mehr Business-Agilität, geringe Investitionsausgaben, keine aufwändigen Einführungsprojekte, kein Wartungs- und Pflegeaufwand. Die Herausforderung liegt natürlich darin, Sicherheitsbedenken nachhaltig zu adressieren. Dafür setzen wir auf Zertifizierungen und Prüfungen durch unabhängige Auditoren.
Im März hat die Initiative Mittelstand in Deutschland Folio Cloud auf der CeBIT mit dem INNOVATIONSPREIS-IT 2012 in der Kategorie „DMS/Datenmanagement“ ausgezeichnet. Das stimmt uns zuversichtlich, dass auch immer mehr Mittelstandsunternehmen die Vorteile von Folio Cloud für sich entdecken.
clouds.de: Wo sehen Sie die Stärken des Cloud Computing Standorts Österreich?
Karl Mayrhofer: Österreich ist ein Land im Zentrum von Europa mit großer politischer und wirtschaftlicher Stabilität sowie hoher Innovationskraft – ideal für die Bereitstellung sicherer, zuverlässiger, europäischer Cloud Services.
clouds.de: Auf Ihrer Webseite beschreiben Sie die FolioCloud als Lösung für „Grenzenlose, gestaltbare Geschäftsprozesse“. Was ist darunter zu verstehen?
Karl Mayrhofer: Folio Cloud bietet Software-as-a-Service in einer Public Cloud. Das bedeutet, die Cloud-Anwendungen für B2B Collaboration sind sofort und global verfügbar, über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg. Damit lassen sich nahtlose Geschäftsprozesse zwischen Unternehmen effizient und einfach umsetzen.
clouds.de: Der Funktionsumfang der Folio Cloud lässt sich durch eine Reihe von Cloud Apps erweitern. Nutzen Sie diese Apps auch privat? Wenn ja, welche ist Ihr Favorit?
Karl Mayrhofer: Ja, ich nutze Folio Cloud auch privat für die sichere und zuverlässige Aufbewahrung meiner privaten „Digitalen Schätze“ wie Familienfotos, Versicherungspolizzen oder amtlichen Dokumente. Mit der Cloud App „Teamkalender“ (bereits in den Folio Cloud Editions enthalten) organisiere ich beispielsweise unseren Familienkalender, der auf mobilen Geräten immer und überall aktuell zur Verfügung steht.







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